Von Klosters aus könnte man unter den Kabeln der Madrisabahn auf die Saaser Alp steigen, doch die meisten Wanderer überwinden die ersten 700 Höhenmeter mit der Sesselbahn. Die Terrasse des Bergrestaurants auf 1887 Meter über Meer bietet einen prachtvollen Rundblick. Schon nach kurzer Strecke auf dem Prättigauer Höhenweg passieren Wanderer die Alp Albeina, später windet sich der Pfad durch steil abfallende Felsrunsen. Der Wasserfall des Gross Alpbaches brodelt nahe der Mässplatte. Gämsen stieben davon und Murmeltiere stellen sich kerzengerade auf, bevor sie pfeifend in ihre Löcher wegtauchen.
Alpine Heilkräuter spriessen überall zwischen den Steinbrocken. Kurze Erläuterungen säumen den Naturlehrpfad; denn der Höhenweg führt durch ein Pflanzenschutzgebiet mit reicher Flora. Gleich Tintenflecken stehen Gruppen von blauem Eisenhut, den die Kühe meiden, auf den Weiden, und rosa Seidelbast wächst aus Felsspalten. Nach einer Stunde erreichen die Wanderer den Weiler Zastia, wo die Mannschaft der Jungviehalp einen unbedienten Kiosk eingerichtet hat. Milch im Steinkrug, Bier und Mineralwasser stehen im Holzgestell bereit. Preisschilder fehlen; man gibt, was man für richtig hält. «Die Leute sind nett», lobt die Sennerin, «wir kommen nicht zu kurz.» Der steile Pfad am Südhang durch die Alpweiden hinauf zum «Fürggli» (2255 m) erfordert Kondition. Das Jägglishorn (2290 m) liegt nur einige Minuten vom Übergang entfernt und bietet eine prächtige Aussicht ins St. Antönier Tal, auf Sulzfluh, Schweizertor und Schesaplana. Im Westen schliessen die Gipfel des Calanda, der Bündner Oberländer Berge und der Glarner Alpen das Panorama ab. Steil hinunter führt der Fussweg auf die Aschariner Alp und dann dem Alpbach entlang durch ein immer lieblicher werdendes Tal in Richtung St. Antönien. Mit dem Postauto gehts gegen Abend dann hinunter nach Küblis mit Anschlüssen der Rhätischen Bahn nach Klosters und Davos, durch den Vereina-Tunnel ins Engadin oder nach Landquart.
Text und Foto: Werner Catrina









